Minimal handling
Minimal handling heißt auch sanfte Pflege.
Gerade schwerstkranke Früh- und Neugeborene brauchen Ruhe. Jede Manipulation, jede Aktion am Kind bedeutet in dieser Situation Streß.
Gerade auf der Intensivstation wirkt auf die Frühgeborenen ein Überangebot von Reizen ein, die meisten Eingriffe sind unangenehm oder bedeuten Schmerzen. Dies alles kann ein Früh- oder Neugeborenes nicht verarbeiten.
Besonders für Frühchen, die eigentlich noch im Bauch der Mutter wären, ist es eine enorme Belastung. Die Wahrnehmungsfähigkeit ist noch nicht für die Welt hier draußen entwickelt.
Auf der Intensivstation erinnert nichts an den Rhythmus, die Wärme, den beruhigenden Herzschlag der Mutter, die Begrenzungen durch die Gebärmutter, die Geborgenheit.
Das Frühchen muß überwacht werden, es wird behandelt und gepflegt..
Doch hier beginnt der Ansatz es dem Kind durch eine individuelle und sanfte Pflege so angenehm wie möglich zu machen und eine Überstimulation zu vermeiden.
Dies geschieht unter anderem durch folgende Punkte
*Lichteinwirkung--
es wird auf grelle Beleuchtung verzichtet, jedes Kind hat eine Punktbeleuchtung an seinem Platz;
Der Tag-Nachtrhythmus wird bedarfsgerecht eingehalten;
Über dem
Inkubator hängen dunkle Tücher, um die Lichtverhältnisse im Mutterleib nachzuahmen;
Das Kind wird mit einem Kuscheltuch bedeckt.
*Geräusche--
Alarme werden so leise wie möglich eingestellt und so schnell wie möglich stumm geschaltet;
Keine Diskussionen am Inku und alle Gespräche werden leise geführt;
Es wird nichts auf den
Inkubator gestellt, die Inkubatorklappen werden leise geöffnet und geschlossen;
Es ist von Vorteil, wenn sich im
Inkubator ein Walk- oder Discman mit Musik oder den Stimmen der Eltern befindet
*Lagerung--
Hier ist es wichtig die Grenzen des Mutterleibes nachzuempfinden; dies geschieht u.a. durch Nestchenbau mit Handtuchrollen;
Die Embryonalstellung wird nachempfunden mit Hilfe von Lagerungshilfen;
Lagern in einer Hängematte aus Moltontuch;
Der Kopf wird mit einem Wattering vorsichtig gelagert
Um dem Verlust der Körpertemperatur vorzubeugen werden oft Handschuhe, Mützen und Socken aus Baumwolle angezogen.
Langsames und ruhiges Baden in einer kleinen Waschschüssel.
Vorsichtig wird bei der Versorgung der Bauch und der Rücken massiert, sowie die Fußsohlen.
Alle notwendigen Aktivitäten außerhalb des
Inkubators werden vorsichtig zu zweit durchgeführt und es wird
immer auf mögliche Anzeichen des Unwohlseins geachtet.
Jeder medizinische Eingriff wird sorgsam überlegt und möglichst zu den Versorgungszeiten durchgeführt, um das Kind nicht in seinem Rhythmus zu stören.