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Informationen Frühgeburt

Atemnotsyndrom (RDS)

Hier findest du mögliche Komplikationen bei Frühchen genauer erklärt

Atemnotsyndrom

Das Atemnotsyndrom RDS (respiratory dystress syndrome) wird auch Surfactant- Mangelkrankheit genannt. Denn es wird bedingt durch die Unreife der Lunge bei Frühgeborenen und den damit verbundenen Surfactant-Mangel.

Surfactant kleidet erst ab der 35. SSW die Wände der Alveolen (kleinste Lungenbläschen) komplett aus und verhindert das Zusammenfallen, Kollabieren der Lungenbläschen. Nur so kann ein guter Gasaustausch stattfinden. Dabei wird Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid vom Blut abgegeben.

Deshalb sind gerade Frühgeborene unter der 35. SSW gefährdet ein Atemnotsyndrom zu entwickeln.

Zu dem Surfactantmangel kommen noch die Unreife der Lunge, sowie die Schwäche der Atemhilfsmuskeln und des Zwerchfells hinzu.



Die Symptome treten bereits innerhalb der ersten Lebensstunden auf.
Denn da die Wirkung des Surfactant ausbleibt kollabieren die Lungenbläschen während der Ausatmung des ersten Atemzuges. Somit benötigt das Neugeborene einen höheren Druck während der Atmung, was zur schnellen Erschöpfung führt.
Da es zwar zu einem Durchfluss des Blutes durch die Lunge, aber nicht zu einer ausreichenden Oxygenierung des Blutes kommt, kommt es zu weiterführenden Folgen.
Es kommt u.a. zu
°Tachypnoe (beschleunigte Atmung)
°Nasenflügeln
°Einziehungen – sternal(am Sternum) und interkostal (Zwischenrippenräume)
°exspiratorisches Stöhnen (während der Ausatmung)
°blassgraues Aussehen bis hin zur Zyanose (Blaufärbung)
°Tachykardie (erhöhte Herzfrequenz)
°Blutdruckabfall



Zur Diagnose wird ein Röntgenbild der Lunge erstellt.
RDS wird in vier Grade eingeteilt.
Grad I : feine Lungentrübung
Grad II : deutliches dunkles Abheben der Bronchien von der Lunge
Grad III: Die Ränder der Lungen-Zwerchfell und Lungen-Herz-Grenze werden unscharf, verschwimmen
Grad IV: weiße Lunge



Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung.
Bei einer milderen Form des Atemnotsyndroms reicht oft eine Atemhilfe in Form eines CPAP mit ausreichender Sauerstoffzufuhr.
Reicht dies leider nicht, so muss das Kind intubiert und künstlich beatmet werden.
Da eine Infektion oft nicht ausgeschlossen werden kann wir in der Regel mit einer Antibiotikumtherapie begonnen.
Außerdem wird je nach Grad des RDS, SSW und Blutgaswerten über die Surfactantgabe entschieden. Dabei wird über den Trachealtubus die vom Arzt errechnete Menge direkt in die Lunge apliziert.
Dies kann bis zu 3, 4 mal wiederholt werden.

Wichtig ist die engmaschige und genaue Kontrolle und Beobachtung des Kindes.
Deshalb wird das Kind Monitorüberwacht. Es werden Atmung, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Blutdruck kontrolliert. Außerdem wird mit einer Temperatursonde die Temperatur gemessen.
Neben der genauen Auskultation der Lunge (Abhören mittels Stethoskop) müssen regelmäßige BGA-Kontrollen durchgeführt werden, um den genauen Sauerstoff sowie Kohlendioxidgehalt des Blutes zu erfassen und dementsprechend handeln zu können.. Um diese Maßnahme und den dadurch entstehenden Streßfaktor für das Kind etwas zu reduzieren wird zusätzlich eine Transkutanmessung durchgeführt.
Desweiteren bekommen die Kinder eine Infusion, über die ihnen Eiweiß zugeführt wird, denn es kommt zum Eiweißverlußt in den Alveolen (Lungenbläschen).
Eine Schräglagerung von 30° erleichtert die Atmung. Spezielle Lagerungen vermitteln Geborgenheit und sollen die Kinder beruhigen.
Zur Ernährung bekommen die Kinder eine Magensonde gelegt.
Zur Ausscheidungskontrolle wird Bilanziert.

Was man auch als Eltern beachten sollte ist, dass in der Zeit unbedingt darauf zu achten ist, dass das Kind keinem weiteren Streß ausgesetzt ist. Es wird MINIMAL HANDLING durchgeführt, was bedeutet, dass wirklich nur das nötigste am Kind gemacht, denn jede Manipulation führt zur Verschlechterung des Allgemeinzustandes.
Trotzdem ist es natürlich wichtig, dass das Kind spürt, dass die Eltern da sind. Wird dies vom Kind toleriert sollten Eltern und Kind Körperkontakt haben, zum Beispiel durch Berührung oder streicheln.

Ist das Kind stabil, hat sich der Zustand verbessert oder nach Extubation, wird langsam mit Vibration zur Atemtherapie begonnen.
Außerdem können dann auch die Eltern beginnen die Pflege zu übernehmen, ihr Kind streicheln und es trösten.
Es wird mit der oralen Nahrungsaufnahme begonnen.


Es wird immer versucht so schnell wie möglich zu Extubieren.



Gelegentlich kann es leider zu Komplikationen kommen, wie den Pneumothorax, Hirnblutungen, Nekrotisierende Enterokolitis oder auch zu einer Bronchopulmonalen Dysplasie.
 

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