Logo

Informationen Frühgeburt

Fehlsichtigkeit

Allgemeine Informationen bezüglich chronischer Erkrankungen und Behinderungen

Ametropie ist die Fehlsichtigkeit.



a = nicht

metro = das Maß

ops = Auge



Fehlsichtigkeit ist eigentlich kein geeigneter Ausdruck, da die Mehrzahl der menschlichen Augen ametrop ist. Der durchschnittliche Brechwert liegt bei +0,5 Dioptrien, das ist eine leichte Weitsichtigkeit. Also ist eine Ametropie eigentlich kein fehlerhafter Zustand.



Der Einfachheit halber lassen wir es aber dabei! :wink:

Die Fehlsichtigkeit kommt durch einen Brechungsfehler des Auges infolge eines abnormen axialen Durchmessers (das Auge ist entweder zu lang oder zu kurz) des Augapfels, oder selten durch eine fehlerhafte Brechkraft von Hornhaut oder Linse zustande.



Der sog. "Brennpunkt", also der Punkt an dem die Lichtstrahlen auf einem Punkt gebündelt werden, liegt entweder vor oder hinter der Netzhaut. Die Umwelt wird also unscharf auf der Netzthaut abgebildet.
 


Hyperopie ist die Weitsichtigkeit oder Übersichtigkeit.

Weitsichtigkeit tritt eigentlich erst ab dem 50. Lebensjahr auf, der richtige Begriff bei Kindern ist daher Übersichtigkeit.

Der Augapfel ist zu kurz, dadurch liegt das Abbild eines Gegenstandes hinter der Netzhaut. Die Kinder können Gegenstände in der Nähe nicht scharf sehen, sie greifen z.B. häufig daneben.



Korrigiert wird diese Art der Fehlsichtigkeit mit Gläsern, die in der Mitte dicker sind als außen.



Viele Kinder sind übersichtig, und das sollte auch korrigiert werden. Der Grad der Übersichtigkeit wird jedoch oft mit zunehmendem Alter geringer.
 


Myopie ist die Kurzsichtigkeit.

Der Augapfel ist zu lang, also liegt der Punkt an dem sich die Lichtstrahlen bündeln vor der Netzhaut. Das Sehen in die Ferne ist beeinträchtigt.



Häufig fällt den Eltern diese Fehlsichtigkeit nicht sofort auf, weil ihre Kinder sogar meistens besonders gut in der Nähe sehen. Die Kleinen finden sprichwörtlich jedes Staubkorn!

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, jedes Kind spätestens im 3. Lebensjahr einmal einem Augenarzt vorzustellen!!!



Korrigiert wird die Kurzsichtigkeit mit Gläsern, die zum Rand hin dicker werden.
 


Astigmatismus ist die Stabsichtigkeit oder Brennpunktlosigkeit.

Durch eine abnorme Hornhautkrümmung können die einfallenden Lichtstrahlen nicht an einem Punkt gebündelt werden. Eine Ursache dafür kann z.B. eine Narbe auf der Hornhaut von einer OP sein.



Einen geringen Astigmatismus hat jeder von uns, und der ist auch nicht "krankhaft".



Korrigiert wird der Astigmatismus mit Zylindergläsern. In extremen Fällen ist eine Korrektur mit Kontaktlinsen erforderlich - auch schon bei Kindern!
 


Strabismus ist das Schielen.

Etwa 3-5% der Bevölkerung schielen. Beim Schielen handelt es sich um eine Augenmuskelgleichgewichtsstörung die zu einer Fehlstellung eines Auges führt. Es gibt ein fixierendes Auge, welches auf das Sehobjekt gerichtet ist, und ein nicht fixierendes, welches vom Ziel abweicht. Die Sehachsen beider Augen stimmen also nicht überein. Die motorische Koordination funktioniert nicht.



Unterschieden werden:



*Begleitschielen: Das nicht fixierende Auge folgt dem Führungsauge in alle Richtungen. Es ist motorisch also nicht eingeschränkt.



*unilaterales Schielen: Das fixierende Auge ist immer das selbe.



*alternierendes Schielen: Die Augen wechseln zwischen Fixation und Schielstellung



*verstecktes Schielen: Zwar liegt eine Augenmuskelgleichgewichtsstörung vor, diese wird aber durch das beidäugige Sehen aufgefangen.



*Lähmungsschielen: Die Augenmuskelnerven fallen aus oder werden gestört. Dadurch wird die Augenmuskulatur in ihrer Funktion beeinträchtigt.



*Mikrostrabismus: Der Schielwinkel ist sehr geringer, weniger als 5%! Es handelt sich um unilaterales Schielen, das auf Grund der geringen Stärke oft erst sehr spät erkannt wird.



Schielformen sind Einwärts- und Auswärtsschielen, sowie Höhen- und Verrollungsschielen.



Strabismus ist in jeder Form eine ernst zu nehmende Erkrankung. Unbehandelt kann es zu schweren Folgeerkrankungen, wie z.B. Amblyopie kommen. Ursachen dafür können nicht immer gefunden werden. Strabismus ist aber vererblich, und auch schlechteres Sehvermögen eines Auges kann der Grund dafür sein. Die Therapie kann eine Brillenversorgung, Plasterversorgung oder Schiel-Operation beinhalten. Je nach Ursache, Form und Ausprägung ist das sehr verschieden.



Die Therapie geht aber meistens sehr lange. Selbst wenn schon im Säuglingsalter damit begonnen wird, muß sie meistens bis ins 12./13. Lebensjahr durchgezogen werden.
 


Amblyopie ist die Schwachsichtigkeit.

Also Folge von z.B. unkorrigierter Ametropie oder Strabismus entwickelt sich das gesamte Sehsystem fehl. Es kommt dann auf einem oder sogar beiden Augen zu einer ständigen Sehschwäche. Das Auge selbst ist dabei nicht der Grund für die Stärke der Sehschärfenminderung. Leider kann selbst durch eine Brillenversorgung keine normale Sehschärfe mehr erreicht werden. Der Patient wird immer undeutlich oder verschwommen sehen.

Amblyopie entwickelt sich im Säuglings- oder Kindesalter, schreitet aber bei Erwachsenen nicht mehr fort!



Ursachen und deren Folgen:

Bei der Amblyopie können Veränderungen an der Netzhaut, dem Sehnerv und dem Gehirn nachgewiesen werden. Bereits nach wenigen Wochen können bei Babys Funktionsdefekte in der Sehrinde auftreten. Der Defekt entsteht meistens schon in den ersten 2-3 Lebensmonaten und schreitet sehr schnell fort. Ursachen sind fehlende oder qualitativ schlechte Reize im Bereich des schärfsten Sehens (wie z.B. beim Schielen!), Sehbehinderungen durch Brechungsfehler (also unbehandelte Kurz-, Über- oder Stabsichtigkeit), Trübung der Hornhaut oder Linse, oder aber eine Fehlanlage der Hirnnervenbahnen.



Also Folge darauf kann die Sehschärfe unter 2% sinken, was Blindheit auf einem oder selten auf beiden Augen bedeutet.



Wichtig in der Therapie ist also der frühstmögliche Beginn! Die Ursache wird mit Brillengläsern, Pflasterversorgung oder Augentropfen behandelt. Außerdem empfielt sich eine Sehfrühförderung!



Bis zum 13./14. Lebensjahr sollte die Therapie konsequent durchgeführt werden, dann bestehen gute Chancen auf keine oder nur eine geringe Sehschärfenminderung.
 


Wer ist online?

Mitglieder: Nina, StSy13