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Informationen Frühgeburt

Die richtige Brille finden!

Allgemeine Informationen bezüglich chronischer Erkrankungen und Behinderungen

Mein Sohn hat seit seinem 11. Lebensmonat eine Brille. Seit er 14 Monate alt ist sogar zwei, weil er noch eine Sonnenbrille verschrieben bekommen hat. :Smiley_271

Inzwischen habe ich ein paar weiteren Frühchen und ihren Eltern bei der Brillenfindung geholfen, denn es ist wirklich nicht einfach, für so ein kleines Menschlein die richtige Brille zu finden. :icon_rolleyes

Hinzu kommen Unsicherheiten im Umgang und manchmal auch Enttäuschung über die Notwendigkeit einer Brille. Viel Fragen kommen auf und ich weiß aus Erfahrung, dass es nicht leicht ist, jemanden zu finden, der diese einem beantwortet. Der Austausch mit ebenfalls Betroffenen hat für mich damals die einzigen sinnvollen Tipps gebracht. (Danke Karin)



Ich möchte hier die häufigsten Fragen zum Thema "Brille" beantworten, und allen ein bißchen die Angst davor nehmen! Bleibt etwas unbeantwortet, wendet euch ruhig an mich!


Und jetzt fangen wir direkt einmal damit an, nicht traurig darüber zu sein, dass unser Kind eine Brille braucht. Das ist eine Chance für unseren Liebling, und sieht einfach nur süß aus!!! Oder findest du nicht:

:inlove Bild
 


Warum überhaupt schon so früh eine Brille?



Der erste "Augen-Blick" ist für alle Eltern ein schöner Moment. Staunend betrachtet das Baby seine Umwelt. Es erkennt noch nicht sehr viel, trotzdem beginnt in dieser Sekunde das Erlernen des Sehens.

Aber um das Sehen überhaupt richtig lernen zu können, muß auf der Netzhaut beider Augen ein scharfes Bild entstehen können. Ist das nicht der Fall, drohen dem Kind Entwicklungsverzögerungen und lebenslange Seheinbußen. Und nicht alles was das Kind verpaßt kann nachgeholt werden. Aus diesem Grund sollten die meisten Fehlsichtigkeiten spätestens mit 2-3 Jahren korrigiert werden, viele müssen aber auch schon deutlich früher behandelt werden!



Augenärzte fordern schon lange, dass jedes Kind mit spätestens 2 Jahren einmalig einem Augenarzt vorgestellt wird. Denn leider fallen viele Fehlsichtigkeiten weder den Eltern noch dem Kinderarzt in der normalen Untersuchung auf.



Ich kann diese Forderung nur unterstützen. Mein Sohn hat -10 Dioptrien, ist also sehr stark Kurzsichtig, und wir waren wirklich der Meinung, dass er gut sehen kann. Wir sind eben keine Augenärzte! :e020
 


Wie kann man bei einem Baby feststellen, wie gut oder schlecht es sieht?



Um die richtige Stärke für das Brillenglas zu bestimmen, müssen die inneren Augenmuskeln entspannt werden, so dass sich die Pupille weitet. Entweder träufeln dazu die Eltern bereits zu Hause Atropin in die Augen ihres Kindes oder der Arzt tropft das Kind selbst kurz vor der Untersuchung.

Schon nach kurzer Zeit entspannen sich die Augenmuskeln, die Pupille wird weit und der Arzt kann dadurch bis auf den Augenhintergrund sehen. Jetzt ist eine exakte Bestimmung des Brechungsfehlers und ein Ausmessen der Fehlsichtigkeit möglich.

Das Kind muß bei dieser Untersuchungsmethode nicht aktiv mitarbeiten. Es wäre davon überfordert, und kein Augenarzt würde sich auf die Aussagen eines Kleinkindes verlassen... :e020

Die Entspannung der Augenmuskulatur kann je nach Präparat Stunden oder Tage dauern. Das ist völlig normal und absoltut unschädlich! Allerdings ist das Kind in dieser Zeit verstärkt blendempfindlich und sein Sehvermögen ist eingeschränkt!



In seltenen Fällen reicht ein Ausmessen und Untersuchen bei erweiterten Pupillen nicht aus. Dann muß für die Untersuchung eine Kurznarkose gemacht werden.
 


Wo finde ich den geeigneten Augenarzt?



Grundsätzlich sollte ein Augenarzt Erfahrung in der Untersuchung von Kleinkindern und Säuglingen haben, wenn er dir einen Termin für dein Kind anbietet. Die Untersuchung von einem Kind ist eben doch etwas anderes als bei einem Erwachsenen.

Am besten erkundigst du dich bei deinem Kinderarzt, ob er einen Augenarzt empfehlen kann.

Ansonsten bietet sich immer die Augenklinik an. Dort werden häufig viele Säuglinge und Kleinkinder untersucht und behandelt - die Erfahrung der Ärzte ist also dementsprechend groß.



Wir gehen mit Tamino in die Augenklinik seines Geburtskrankenhauses. Dort wird er immer von den Ärzten untersucht, die ihn schon zu ITS-Zeiten kennen gelernt und ihn gelasert haben.



Das wichtigste ist aber, dass man sich bei dem ausgewählten Arzt gut aufgehoben fühlt, denn eine Brillenversorgung ist ja leider nicht mit einem einmaligen Arzttermin beendet... :icon_rolleyes
 


Wie sollte sie denn nun sein - die richtige Brille?



Natürlich spielt die Optik auch eine große Rolle, bei der Wahl der geeigneten Brille. Aber eine Brille ist nun mal eine Brille, und sitzt mitten im Gesicht. Aber wenn man ein paar Dinge beachtet, entfremdet sie dein Kind nicht! :e020



Die richtige Brille für dein Kind darf nicht rutschen, damit das Glas immer zentriert vor dem Auge sitzt!

Darum eignen sich vorallem Sport-, Imperial-, Gespinnst- oder Gliederbügel. Sie reichen fast bis zum Ohrläppchen, sind weich und lassen sich prima anschmiegen. So hält die Brille! Manchmal werden Häubchen oder Gummis zur Fixierung empfohlen, inzwischen würde ich aber fast sagen, sind diese Dinge nicht nötig!

Außerdem braucht die Brille für einen guten Sitz einen geeigneten Nasensteg. Er sollte möglichst viel Auflagefläche bieten, damit sich das Gewicht verteilen kann. Vor allem bei Babys und Kleinkindern, die noch keinen ausgeprägten Nasenrücken haben, eignet sich daher am besten ein Sattelsteg.



Die richtige Brille für dein Kind darf außerdem nicht einschränken!

Darum sollte sie immer so klein wie möglich sein. Die Größe richtete sich nach der Größe der Augen und dem Abstand der Augen. Die Augenbraue sollte sichtbar bleiben, so "verschwindet" dein Kind nicht hinter seiner Brille! Auch die Gläser sollten so klein wie möglich bleiben, da vor allem bei höheren Dioptrienwerten ansonsten das Gesichtsfeld stark eingeschränk wird!



Als Fassungsmaterial eignen sich Metall-Legierungen und Kunststoffe. Bei Allergie sollte das Material gewechselt werden!



Scharniere sollten auf jeden Fall bis ins Schulalter abgedeckt sein.



Als Gläser eignen sich vor allem Kunststoffgläser. Diese verkratzen zwar schneller als Glasgläser, aber das Verletzungsrisiko ist wesentlich geringer.
 


Wie schaffe ich es, dass mein Kind die Brille aufläßt?



Häufig stellen sich Eltern diese Frage, bevor ihr Kind das erste Mal eine Brille aufhatte. :e020 Uns ging es genauso! Wir konnten uns nicht vorstellen, dass ausgerechnet unser Sohn irgend etwas auf der Nase lassen würde!!! Und dann kam alles ganz anders: Schon bei der Auswahl der Fassung, also noch mit Fensterglas, hat er die Brille toll gefunden. Mit den richtigen Gläsern konnte er dann die Welt ein 2. Mal entdecken!



Und auch von den anderen Brillenkindern wurde mir bisher nur Gutes berichtet. Alle lassen meistens ihre Brille auf!


Wenn das aber nicht so ist, rate ich, erstmal ruhig zu bleiben. Das Kind will seine Brille erstmal kennen lernen, abtasten, erschmecken,... . Lass das unter Aufsicht ruhig zu! Außerdem muß dein Kind die Brille nicht sofort den ganzen Tag tragen. Wenn es die Brille bewußt absetzt, mach eine "Brillenpause" von etwa 30 Minuten. Gerade am Anfang ist das Gucken durch die Brille auch einfach anstrengend.

Wichtig ist, dass die Brille zum Alltag gehört wie eine Pampers oder das Zähneputzen. Sie wird täglich "benutzt"...



Sprich außerdem mit deinem Kind:

"Die Brille gehört auf deine Nase und nicht in deinen Mund"

"So, jetzt ziehen wir die Brille auf"



Und ganz wichtig: Die Gläser sollten vor allem bei kurzsichtigen Kindern immer sehr sauber sein. Also öfter am Tag mal mit Spülmittel reinigen!
 


Was kostet mich die Brille?



Für Baby- und Kinderbrillen gilt das gleiche wie für Erwachsenenbrillen: Die Gläser werden verschrieben und von der Kasse übernommen, das Gestell muß selbst bezahlt werden.



Die Kosten für eine Babybrillengestell liegen etwa zwischen 50 und 100€ . Je nach Modell, Fabrikat und Optiker.



Außerdem gibt es natürlich für die Gläser Sonderanfertigungen, die von der Kasse auch nicht übernommen werden.

Z.B das Entspiegeln - dadurch ist die Reflektion auf dem Glas nicht so groß, man sieht das Auge von außen besser. Bei Kinderbrillen ist das noch nicht unbedingt notwendig.

Z.B. das Schleifen - dadurch werden die Gläser etwa um die Hälfte schmaler. Das wird bei hohen Dioptrienwerten sinnvoll, wenn das Glas größer wird.
 


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